Dr. Kristin Felsner

Perspektiven literarischer Geschichtsschreibung: Christa Wolf und Uwe Johnson

 

Christa Wolf und Uwe Johnson wurde immer wieder ein »literarischer Werkdialog« (Hoppe) nachgesagt. Ihre Romane standen dabei jedoch für vermeintlich unterschiedliche deutsche Literaturen. Nach dem Ende der deutschen Teilung war es an der Zeit, die beiden kanonischen Autoren und ihre Werke im Rahmen einer deutschen Literaturgeschichte ins Verhältnis zu setzen.

In der vorliegenden Studie vertreten Wolf und Johnson zwei Perspektiven auf die deutsche Geschichte, zwei Arten des Umgangs mit dem Konflikt zwischen Staat und Individuum und zwei Möglichkeiten, von Heimat und Hoffnung zu erzählen. Neben zentralen poetologischen Schriften werden Johnsons Mutmassungen über Jakob, Das dritte Buch über Achim und Jahrestage sowie Wolfs Geteilter Himmel, Nachdenken über Christa T. und Kindheitsmuster analysiert. Es ist die erste deutschsprachige Monographie zu diesem Thema. Sie fasst die bisherige Forschung kritisch zusammen und bildet inzwischen einen festen Bezugspunkt für die Debatte um die deutschsprachige Literatur in der Phase der Zweistaatlichkeit.