Doktoranden

Auf dieser Seite stellen sich junge Wissenschaftler vor, die zu Uwe Johnson arbeiten.


Die Lektoratsarbeiten Uwe Johnsons

André Kischel

Für den »Beruf eines Verlagslektors« hatte sich Uwe Johnson entschieden, als er 1952 sein Studium der Germanistik an der Universität Rostock beginnt. Denn als ein Lektor, so seine Meinung, könne er sich »mit literarischen Dingen und besonders mit der neuen Literatur beschäftigen«. Johnson wurde Schriftsteller und als solcher schuf er selbst neue Literatur. Die Forschung zu seinem literarischen Œuvre ist umfangreich und längst nicht abgeschlossen. Johnson wurde aber auch – und zuerst – Lektor.

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Zwischen Heimat und »Nicht-Heimat«. Zum Heimatkonzept in Uwe Johnsons
Jahrestage

Yuko Nishio

Das Wort »Heimat« hat einen vielschichtigen geschichtlichen Hintergrund. Der Begriff, der bis zum Ende des 18. Jahrhunderts überwiegend als Synonym für »Herkunftsort« gebraucht wurde, hat in den letzten 200 Jahren einen großen Wandel erfahren: politische Umdeutung im 19. Jahrhundert, Entwertung unter dem NS-Regime und Befreiung vom ideologischen Ballast nach dem 2. Weltkrieg. In den 90er Jahren wurde das Verständnis von Heimat anlässlich der Wiedervereinigung Deutschlands abermals diskutiert.
In der Gegenwart, dem Zeitalter der Globalisierung und Massenmigration, wird der Heimat-begriff erneut erweitert.

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Biblische Diskurse im Prosawerk Uwe Johnsons

Paul Onasch

In einem Interview aus dem Jahre 1969 bekundete Uwe Johnson, dass er keine religiösen Bindungen habe und aus der Kirche ausgetreten sei. Voraus ging dieser Loslösung allerdings eine religiöse Sozialisation in der eigenen Familie und im Konfirmandenunterricht, in dem er laut eines Mitschülers derjenige war, der „am besten in der Bibel Bescheid“ wusste.
Dass es für einen produktiven Umgang mit der Bibel religiöser Bindungen nicht bedarf, haben vor Johnson bereits Autoren wie Goethe oder Brecht gezeigt. Wie bei ihnen finden sich im literarischen Werk Johnsons zahlreiche Referenzen auf die Heilige Schrift.

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»Poetik in Uwe Johnsons Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl«

Sabine Schild-Vitale

In meinem Promotionsprojekt befasse ich mich mit der Poetik Uwe Johnsons (1934-1984). Ich untersuche die literarische Gestaltung historisch bedingter Diskurse in seinem Hauptwerk, dem Roman Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl. In der Betrachtung des Romans möchte ich die verschiedenen Kontexte des Erzählten (historisch, ästhetisch, philosophisch) aufweisen und zeigen, auf welche Weise Johnson sie verarbeitet hat.

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